Mittwoch, November 30, 2005

Tag 3 - das Kräfteverhältnis wandelt sich

Heute habe ich beim kurzen Spaziergang das erste Mal einen anderen Hund hier getroffen. Er wohnt gegenüber und heißt Lenny. Er ist ein Labrador und ziemlich stürmisch. Am Anfang hat mich sein Überschwang ein wenig erschreckt. Später fand ich es aber ganz lustig. Vorallem als mir klar wurde, dass er zwar jetzt der Stärkere ist, aber ich irgendwann viel größer sein werde als er. :>

Also das Essen hier, ich sage Dir, die ist nicht gerade sehr abwechslungsreich. Ich habe auf eigene Faust mal eine Erweiterung des Speiseplanes vorgenommen. Die Erde aus dem Kaktus-Topf ist ziemlich schmackhaft. Auch wenn ich meist danach etwas zum Nachspülen brauche. Ihn selbst habe ich zweimal versucht anzuknabbern. Aber der wehrt sich (die Sau!). Auch sonst findet man an allen Ecken und Enden verschiedene Leckereien. Besonders beim Spazierengehen.

A propos Spazierengehen. Ab und an bringen sie mich hier hinter dem Haus auf so ein kleines Stückchen Wiese. Kaum der Rede wert, aber sie nennen es Garten. Da ist mir vorhin was ganz Blödes passiert. Ich wälze mich so genüsslich im Gras herum, fresse hier und da auch etwas davon, und plötzlich - ein Schmerz! Ein schrecklicher Schmerz durchzuckt meine Seite, als ich mich auf so ein stacheliges Ding im Gras geworfen habe. Sowas sollte auf meiner Spielwiese verboten sein.

Der andere Hund traut sich immer noch in die Küche. Kaum zu glauben. Heute habe ich ihn angebellt. Dann habe ich versucht die Taktik zu ändern. Mir war sowieso gerade langweilig, also habe ich versucht, ob ich ihn zum Spielen animieren kann. Er hat mir zwar alles nachgemacht, aber hinter seiner Glasscheibe wollte er trotzdem irgendwie nicht raus kommen. Dabei habe ich dann sogar versucht die Glasscheibe kaputt zu nagen.

So langsam fasse ich die beiden Entführer hier richtig ins Herz. Ich kann mich ja eigentlich auch nicht wirklich beschweren. Sie spielen und schmusen mit mir. Auch sonst kümmern sie sich ganz gut um mich. Ab und an bedanke ich mich da mit liebevollem Anknabbern. Ich glaube, oft wissen sie es aber gar nicht wirklich zu schätzen. Menschen!

Was mir gut an ihnen gefällt, ist ihre Angewohnheit viel mit mir auf dem Boden zu sitzen. Den ich im übrigen schon erfolgreich total verdreckt habe. :> Also wenn die da so auf ihrem Teppich sitzen, lege ich mich oft mal so dazu. Bis es mir zu warm wird, dann verlege ich mich lieber wieder auf die etwas kühleren Fliesen.

Die sind im übrigen super dazu geeignet die Menschen zu ärgern. Das geht so: Kurz nach dem Spazierengehen oder wenn ich gerade im sogenannten Garten war und die glauben, dass eigentlich gar nichts mehr in mir drin sein kann, lasse ich völlig unschuldig in eine andere Richtung blickend ein wenig was auf die Fliesen plätschern. Ich bin sowieso der Meinung, die könnten hier ruhig öfter mal den Boden wischen. So überzeuge ich sie erfolgreich davon.

Zu guter Letzt - proudly present: Meine Schadensbilanz von heute. Ihr rechter Pullover-Ärmel, ihr linker Pullover-Ärmel, ihre Hose an diversen Stellen, zahlreiche Grünpflanzen im Garten und einige Zeitschriften. Die Macken am Couchtisch erweitert und dem immer noch in der Ecke stehenden Karton habe ich es so ziemlich gegeben.

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