Donnerstag, Mai 04, 2006

Feindbilder

In letzter Zeit habe ich allerlei entdeckt. Neben den tollen Dingen, die es plötzlich, da der schööööne Schnee weg ist, in der Natur zu entdecken sind, waren auch einige Dinge dabei, die man mit Drohgebärden, tiefem Knurren und lautem Bellen auf Abstand halten muss.

Zunächst war da auf unserem seltsamen Ausflug so ein Ding. Wir - meine Menschen und ich - waren einige Tage in transportablen Menschenhütten auf einer Wiese mit vielen anderen Menschen. In einer dieser Menschenhütten kämpfte ein Mensch gegen ein sich heftig wehrendes Ding, dessen Rüssel in der Schlafstätte des Menschen steckte. Dabei machte es fürchterliche Geräusche. Uiii - pffftt - uiiiii - pffffttt... Aufgeregt machte ich meine Menschen auf diesen Kampf aufmerksam und schlug pflichtbewusst wie ich bin, so lange an, bis der fremde Mensch seinen Kampf offenbar gewann. Er rang das Ding wohl zu Boden und zog den Rüssel aus der luftigen Matraze. Daraufhin liess das Ding noch einen letzten 'Pfft' von sich hören und sank leblos zusammen. Mein Job war damit auch getan. glücklich

Besonders toll auf diesem Ausflug war da dann auch noch das fast schon zur Unkenntlichkeit verweste Etwas, das ich am Wegesrand auf dem Spaziergang fand. Die ganze Gegend roch ohnehin schon lecker morastig, weil es sich um ein vermoderndes Sumpfgelände handelte, auf dem das viel zu lange Gras eine fast einheitliche Pampe ergab. Aber dieses Aas hatte einfach noch einmal eine ganz besondere Note, die ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen wollte!grinsen 'Sie' hatte irgendwie überhaupt kein Verständnis dafür. Pah! Sie hat ja keine Ahnung was gut ist! Stattdessen hat sie mich direkt nach dem Spaziergang unter die Dusche gepackt und mich mit ekligem Zeug abgewaschen, mit dem ich mich keiner Beute auch nur auf 500 Meter nähern könnte. oh mein Gott - Neu!Dass Sie so gar keinen Geruchssinn besitzt, hat sie dann noch dadurch bewiesen, dass sie hartnäckig behauptete, ich würde trotz Dusche immer noch nach meinem leckeren Fundstück riechen.

Aber ich war bei Feindbildern. Das ganze bislang hat sich so vor etwas 3 Wochen abgespielt. Die Woche darauf machte ich mit 'Ihr' und mit 'Ihm' einen großen Waldspaziergang. Ein sehr merkwürdiger Wald nebenbei bemerkt. Denn da lebte so allerlei Beutegetier, dass so gar keine Anstalten machte, vor mir davon zu laufen. Zu allem Überdruss hatten irgendwelche Menschen zwischen die anderen Tiere und mich einen völlig überflüssigen Zaun gestellt, so dass ich nichtmal richtig heran kam, um feststellen zu können, ob man das Essen oder mit ihnen spielen sollte. Besonders beneidet habe ich die dicken schwarzen Schweine, die soooo einen wundervollen Drecktümpel da hatten, an den ICH nicht ran kam. weinen
Und bei denen in der Nähe wohnten 'sie'. Lange Beine, große Ohren, riiiieeesige Augen. Dieses Wildgetier war schrecklich nervös, mich zu sehen. Und um ihnen auch einen Grund dazu zu geben, beschloss ich mal meine Kontrolle über mein Rückenfell zu testen. Ich kann mit Stolz sagen, dass ich quasi von der Nasen- bis zur Schwanzspitze jedes einzelne Haar in eine aufrechte Position bringen konnte!! Den Kopf noch runter und ein rollendes 'Grrrr' - schon war meine beeindruckende Gestalt perfekt!

Ich fürchte, heute auf dem Abendspaziergang habe ich keine so imposante Figur gemacht. Da stand in einem Garten plötzlich so ein Ding, dass sich ständig hektisch bewegte. Zudem roch es da in der Gegend auch noch so merkwürdig. 'Sie' versuchte mich davon zu überzeugen, dass dieses Windrad nicht gefährlich sei. Okay, Sie konnte es anfassen. Aber ich bin mir sicher, dass wenn ich nicht so aufgepasst hätte, dass es hinterrücks und heimtückisch über uns hergefallen wäre. Warum sonst sollte es um das Rad herum so seltsam gerochen haben? Während wir da noch in unserer Diskussion steckten, ob ich an dieses Rad mal näher hin gehen sollte, mischte sich wohl die Bewohnerin dieses unheimlichen Grundstückes ein. Sie meinte etwas zu 'Ihr' von 'Hundeabwehrspray', dass sie in der Gegend verteilt hätte. Keine Ahnung, was sie damit meinte. verwirrt

Ach, eine Episode vom letzten Wochenende ist noch verkündenswert: Wir waren - schon wieder - mit den seltsamen aufbaubaren Menschenhütten unterwegs. Wieder viele Menschen, viele Hütten, nur eine andere Wiese. Diesmal habe ich auf dem Spaziergang die Fährte eines besonderen Leckerbissen aufgenommen. Ich habe dafür mal eben eine Spielpause eingelegt und Sie und ihre Freundin dafür kurzzeitig alleine ihren Weg finden lassen. Ich war mir sicher, sie würden sich auch ohne mich nicht verlaufen. Und richtig geraten. Während Sie nach mir rufend und ziemlich fluchend ihren Weg in Richtung Lager weiter fortsetzte, genehmigte ich mir ein riiieeesiges Stück aus dem Tier, dass netterweise irgendjemand für mich schon erlegt und dort im Gebüsch deponiert hatte. Kurz noch, um später meinen Erfolg auch zu beweisen, in den verbleibenden Überresten gewälzt, ein großes Stück Knochen mit Fleisch daran ins Maul genommen und 'Ihr' hinterher gejagt. Aber gerade mal so nahe an sie heran, dass sie mir meine Beute nicht abnehmen konnte. Schließlich war das MEINE Beute. Soll Sie sich doch selbst was suchen gehen, wenn Sie Hunger hat. zunge Okay, kurz noch etwas 'Katz und Maus' gespielt, dann hat sie mir doch den letzten Rest davon abjagen können. Obwohl sie es nicht mal essen wollte. Aber zuvor hatte ich meinen Triumpf! Soooo ein großes Stück habe ich noch vor Ihren Augen verpeist. :bone:

'Sie' behauptet hartnäckig, dass mein etwas drängender Haufen-Mach-Drang die folgenden beiden Tage, irgendetwas mit meinem Leckerbissen zu tun hatte. Ich stelle das mal stark in Frage. engelIch würde sagen, es war ein unglücklicher Zufall. Den nächsten Tag fuhren wir wieder nach Hause. Etwas schlechtes Timing. Denn in der folgenden Nacht wollten 'sie' meine dezenten Hinweise, dass ich dringend mal in den Garten müsste, irgendwie so gar nicht hören. Nachdem ich die erste unförmige 'Notdurft' vielleicht etwas ungeschickt auf die Fussmatte direkt vor meine Terrassentür gesetzt hatte, musste ich mir für das zweite drängende Problem einen anderen Ort suchen. Ich entschied mich spontan für den Ort, den ich am wenigsten nutze: 'Sein' Zimmer im Untergeschoss. grinsen Wieso 'Er' dann letztlich auch von meinem Jagdausflug so wenig begeistert war, kann ich mir überhaupt nicht erklären. :whistle:

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