Mittwoch, Oktober 18, 2006

Nussknacker oder Schleckermaul?

Der Herbst ist eine schöne Jahreszeit. Da findet man so viel zu fressen auf den Spazierwegen.

Erdnüsse kannte ich ja nun schon eine Weile. Aber wenn es draußen kühler wird, hat Sie die auch wieder im Haus. Und ich bekomme auch ab und an eine zugeworfen. Kunstvoll mit meinen Schneidezähnen geschält sind die wirklich lecker.

Bei den Walnüssen auf den Wegen mache ich jetzt aber nicht so lange rum. Rein, kräftig zugebissen und mit Schale zernagen. Hey - wer weiß, wann man mal wieder was essbares bekommt? Da nehme ich die leckere Schale doch lieber gleich mit.

Allerdings muss ich zugeben, dass die Maronen ganz schön doof sind. Zunächst einmal verstecken die meisten sich in eklig stacheligen Dingen, die in die Nase pieksen. Da überlasse ich das aufsammeln doch lieber Ihr. Wenn Sie die dann auch in dem heißen kleinen Schrank in der Küche gelagert hatte, sind sie sogar schmackhaft. DANN esse ich auch mal huldvoll ein oder zwei davon - vorausgesetzt Sie schält sie mir.

Sonntag, Oktober 15, 2006

Dreibein

Nachdem ich die letzten Tage schon mal sanft angetestet habe, kam ich heute zu meinem Gesellenstück. Aber der Reihe nach. Vor zwei, drei Tagen zog ich beim Pieseln mal probeweise leicht mein linkes Hinterbein hoch. Etwa eine Pfotenhöhe. War nicht so richtig überzeugend, die Pfote war leicht wassergefährdet an der Stelle.

Tags drauf plante ich das besser. Ein Hügelchen an der richtigen Stelle, auf die ich elegant meine Pfote postieren konnte, erweckte schon fast den Eindruck, eines stolzen, erwachsenen Rüdens.

Vervollständigt wird das durch meine Begegnung mit der schicken Hundedame, die soooo lecker roch. Leider war sie etwas zickig und erkannte meine männliche Autorität so gar nicht an. Naja.

Heute dann eben mein Glanzstück. Ohne viel Aufhebens, quasi wie im Vorbeigehen. Der Gartenzaun an der Ecke auf meiner täglichen Spazierroute. Da ärgerte ich mich schon lange darüber, dass die Duftmarken anderer so viel höher waren, als meine. Heute habe ich das geändert!

'Sie' scheint nicht so recht begeistert darüber zu sein. Brummelt was von 'peinlichen Situationen' und so. Um sie zu besänftigen belasse ich es ansonsten vorerst beim Vierfüßlerstand.

Sonntag, Oktober 01, 2006

Killerbestie

Wieder mal so ein lustiges Zeltwochenende. Durch ausdauerndes Quengeln und Demonstration überwältigender Hyperaktivität habe ich Sie diesmal sogar dazu genötigt, mich auch endlich mal zu den wirklich wichtigen Dingen mitzunehmen. So durfte ich das erste Mal auch mitten im Geschehen sein. Verdutzt war ich, als einer der Menschen mich offenbar in ihr seltsames Menschen-Raufspiel einbeziehen wollte. Er kam mit einem langen ziemlich weichen Ding unvermittelt auf mich zu und schlug nach mir. Das kannte ich noch nicht und wusste auch gar nicht, was ich jetzt tun sollte. Darum beließ ich es ersteinmal beim dumm schauen. Sie hat mich dann auch sehr schnell von dem Spielgefährten weg gezogen.

Nett war, dass die Menschen ihre Spiele immer wieder in meiner Nähe abhielten - ich hatte einen sehr zentralen Lagerplatz. Was mir zudem die Möglichkeit gab, jeden Menschen durch mitleiderregende Blicke und zeitweiliges Jammern, wenn Sie mich mal wieder schnöde vor dem Zelt angebunden zurück lies, in meinen Bann zu schlagen und Streicheleinheiten abzustauben. Ich kann ja nicht gut zählen. Aber mehrere Dutzend verschiedene Menschenhände waren das schon, die ich da mit meinem Fell vertraut machen konnte. :D

Am letzten Abend schlief ich friedlich zwischen den Bänken und dem Tisch vor Ihrem Zelt, als irgendso ein trampeliger Mensch es für einen guten Gehweg hielt, und auf mich drauf trat. Auf meinen kurzen, aber lautstarken Protest hin, kam Sie sehr schnell angelaufen und sorgte energisch dafür, dass sowas nicht wieder vor kam.
Interessant war, dass der Mensch sich am nächsten Tag bei Ihr darüber beklagte, dass ich im Dunkeln ja gar nicht zu sehen sei. Und dass ich, als er mich so unschuldig versehentlich getreten habe, mich vor ihm in eine bedrohliche Pose aufgebaut und die Zähne gefletscht hätte.

Sie brauchte fast eine Stunde, bis Sie endlich ein Bild vor Augen hatte, wie es sich zugetragen hat: Der Mensch hatte mich mit seinem Tritt geweckt. Einmal aufgewacht, streckte ich mich genüsslich, herzhaft gähnend.

Hach, was bin ich doch für eine gefährliche Killerbestie!