Montag, August 21, 2006

tierische Liebe

Ich vermisse sie! Die Frau ist sooo toll. Und sie hat immer so viele Leckerli für mich. Und in den Räumen riecht es so gut. Und man trifft so viele andere Tiere dort. Und der große schwarze Hovi ist auch oft da.... Ja, ich gehe einfach gerne zu der Frau, die 'Sie' Tierärztin nennt.

Und weil wir jetzt schon sooo lange nicht mehr da waren, muss ich mir einfach was einfallen lassen. Also das letzte Mal dürfte ja jetzt so etwa 6 Wochen her sein. Da hatte ich mir ja Mühe gegeben, mir meine Pfote so richtig zu malträtieren. Das kam so: 'Sie' hatte mich für ein paar Tage abgeschoben! Stellt Euch das mal vor. Die Höhe! Ich wurde in ein Hundehotel gebracht. War eigentlich ganz nett da. Gleich zu Beginn lernte ich meinen Kumpel, einen schwarzen Labrador kennen, der nur etwa ein Jahr älter ist als ich. Wir haben dann Tag und Nacht zusammen verbracht. Im Freigehege haben wir allerlei Unsinn angestellt. Das Beste aber war, als 'Sie' noch da war und ich hörte, wie die nette Bedienung 'Sie' fragte, ob ich über Zäune klettern würde. 'Nein', meinte sie. Wir hätten Zuhause auch nur einen Zaun, der so hoch ist, wie ich selbst. Kein Problem. Pah! Die Herausforderung habe ich angenommen. 'Sie' war noch nichteinmal in ihr Auto eingestiegen, als ich schon die ersten Male meine Nase über den Über-Menschen-großen Holzlamellenzaun streckte. :D
Aber zur Pfote. Als sie dann mich den nächsten Tag immer noch nicht wieder abholte, hatte ich mir meine Zeit mit Unsinn machen vertrieben. Dabei muss ich versehentlich etwas scharfkantiges zwischen meine Zehen an der linken Vorderpfote bekommen haben. Zunächst habe ich das gar nicht richtig gemerkt. Hat nämlich gar nicht weh getan. Aber das Blut hat mich doch sehr irritiert. Die folgenden Tage wurde ich dann in den Hintern gepiekt, schlafen geschickt, am Bein rasiert und wachte mit einem noch dickeren Verband als vorher schon wieder auf. Jedenfalls hatte ich unglaublich viel Aufmerksamkeit fortan!
Na gut, war vielleicht nicht ganz so clever, weil ich dann einige Zeit nicht aus dem Haus durfte, aber wir waren beinahe täglich bei der netten Frau. Womit ich wieder beim Thema wäre.

Also muss jetzt wieder was neues her. Die letzten paar Tage habe ich es damit versucht, dass ich alle möglichen Dinge verschluckt habe, die ich finden konnte. War auch was dabei, dass mir prompt im Hals stecken blieb. Demonstrativ würgte ich was das Zeug hielt. Aber statt mich zu der Frau mit den Leckerlis zu bringen bekam ich nur Sauerkraut zu fressen. Okay - hat auch was!

Ich glaube mit meinem neuen Plan habe ich es jetzt aber geschafft. Mir läuft der dicke grüne Schmodder aus der Nase. Und DAS hat Sie jetzt doch so beeindruckt, dass Sie morgen mit mir zu der netten Frau fährt. Endlich mal wieder!!!

Samstag, August 19, 2006

Tempo, Tempo

Endlich kann Sie mal mit mir mithalten - wenn auch mit technischer Unterstützung. Ich habe so ein Ding schon häufiger irgendwo gesehen. Meist sagt sie bei einer Begegnung sowas wie 'Nase weg' und hält mich davon fern. Muss ganz schön gefährlich sein. Heute war das erste Mal, dass ich Sie dabei gesehen habe, so ein Ding zu bändigen.
Zunächst scheint Sie sich nicht so recht getraut zu haben. Jedenfalls hat sie es eine Weile - seltsamerweise das Ding ohne und mich mit Leine - bei Fuß geführt. Aber dann hat Sie das Ding wohl unterworfen und sich drauf gesetzt. Das war lustig, auch wenn Sie irgendwie nicht wollte, dass ich Sie dabei unterstütze.
Jedenfalls hat es viel Spaß gemacht. Wir haben dann meinen normalen Spazierweg im Feld ein wenig schneller erkundet als sonst. Zwischendurch ab und an eine Sprintstrecke, mal schneller, mal langsamer und immer mal wieder zum Schnüffeln stehen geblieben. Naja, nach dem dritten oder vierten Rempler habe ich mir gedacht, dem Ding keine Gelegenheit mehr zu geben, mich anzufallen. Okay, Sie hatte das Ding dabei immer sehr gut im Griff, auch wenn es sie einmal vor Bockigkeit fast abgeworfen hätte, als Sie es von mir fern hielt. Jedenfalls kam es immer gerade nahegenug an mich heran, dass ich - egal was ich auch gerade an Wohldüften in der Nase hatte - auf das Ding aufmerksam wurde. Naja, ich denke, das beste ist, wir gehen uns etwas aus dem Weg.

Das Rennen finde ich unglaublich witzig, wenn ich auch nicht verstehen kann, warum sie partout nicht mit mir balgen will, wenn Sie auf dem Ding sitzt. Und wegen mir könnte das Ding durchaus etwas ausdauernder sein. Hat ja nichtmal meinen normalen Spazierweg durchgehalten. Pft!

Dienstag, August 15, 2006

Geheime Pläne

Zur Zeit bemühe ich mich, nach allen Kräften, meinen geheimen und genialen Plan in die Tat umzusetzen: Die ganze Wohnung über und über mit meinen Haaren zu bedecken und mit der maximalen Menge an Dreck zu garnieren. Bisweilen klappt das ganz gut.

Doch dann, wenn ich mich meinem Ziel schon ein ganzes Stück näher wähne, kommt Sie mit diesem brummenden und schnaubenden Ungetüm und macht wieder alles zu nichte. Als ich noch kleiner war, hat es mich vor dem Ding ja etwas gegruselt. Später habe ich versucht, mit ihm zu spielen. Aber es war so völlig unkooperativ.

Jetzt, wo es aber ständig meinen tollen Plan durchkreuzt, sind wir erklärte Gegner. Da ich von Natur aus Pazifist bin, versuche ich es mit dem passiven Widerstand ähnlich einem Menschenmann den man Gandhi nannte. Ich lege mich demonstrierend in den Weg, bedecke dabei möglichst viel zu schützende Fläche unter mir und verteidige mein Werk mit vollem Einsatz.